Wir haben diese Initiative gegründet, weil wir das Verhalten des offiziellen Österreich gegenüber Flüchtlingen nicht länger schweigend hinnehmen wollen

„Gegen Unmenschlichkeit“ – Initiatoren urgieren von Parteien Kurswechsel in der Flüchtlingspolitik

Utl.: Offener Brief von Löschner und Kerbler an Parteichefs: „Asyl und ein faires Asylverfahren sind kein Gnadenakt!“

Wien – Die Initiatoren der Initiative „Gegen Unmenschlichkeit“ Ernst Löschner und Michael Kerbler, haben sich heute in einem offenen Brief an die zur Nationalratswahl 2013 antretenden politischen Parteien gewandt. Sie riefen die Parteivorsitzenden dazu auf, sich persönlich für eine menschlichere Flüchtlingspolitik einzusetzen und die Initiative „Gegen Unmenschlichkeit“ zu unterstützen.

Der ehemalige Bankdirektor Ernst Löschner und der ORF-Journalist Michael Kerbler in dem Brief an die Parteichefs:

“Der menschenverachtende Umgang mit Flüchtlingen in Österreich muss ein Ende finden. Wir appellieren an alle Parteien, die zur Nationalratswahl 2013 antreten, sich auf traditionelle Werte wie Menschlichkeit und Solidarität zu besinnen und gegen eine Kriminalisierung von Flüchtlingen einzutreten. Schutzsuchende Menschen dürfen nicht länger Opfer einer zynischen ‚Asyl-und Abschiebe-Lotterie’ werden.

Die österreichischen Asyl- und Fremdengesetze müssen grundlegend reformiert und mit den Menschenrechten und unserem Wertesystem in Einklang gebracht werden. Setzen Sie als Parteivorsitzende(r) ein Zeichen gegen Willkür und Populismus! Unterstützen Sie den Aufruf gegen Unmenschlichkeit und ermuntern Sie Ihre politischen Mitstreiter Ihrem Beispiel zu folgen.

Wir appellieren an Sie auch in Ihrer Vorbild-Funktion als Mensch: Machen Sie sich persönlich ein eigenes Bild, wie es wirklich ist, wenn ein Schutzsuchender in Österreich Hilfe sucht. Es geht uns mit unserem Aufruf nicht darum, Schleusen zu öffnen, sondern einen anderen Geist und eine andere Einstellung einzumahnen. Tatsächlich werden sie allzu oft nicht als Menschen gesehen, deren Würde zu respektieren ist. Schutzsuchende, die es oft nach Verfolgungen und Lebensbedrohungen und unsäglichen Mühen geschafft haben nach Österreich zu kommen, müssen gesehen werden als das, was sie sind: Menschen wie du und ich. Asyl und ein faires Asylverfahren dürfen nicht als Gnadenakt verstanden werden, sondern sind ein international verbrieftes Recht.

15 Organisationen tragen diese Initiative:

Alpine Peace Crossing – Verein für Flüchtlingshilfe, Amnesty International Österreich, Ärzte ohne Grenzen Österreich, Asylkoordination Österreich, Caritas Österreich, Diakonie Österreich, Don Bosco Flüchtlingswerk Österreich, Flüchtlingsprojekt Ute Bock, Integrationshaus, Österreichisches Rotes Kreuz, Republikanischer Club – Neues Österreich, SOS-Kinderdorf Österreich, SOS Mitmensch, Volkshilfe Österreich, ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus Arbeit. Neben Manfred Nowak und Elfriede Jelinek unterstützen viele bekannte Persönlichkeiten unseren Aufruf.

Werden auch Sie, wie J.F.Kennedy, ein „Betroffener“, und setzen Sie sich weiters dafür ein, dass in Europa ein solidarisches System der Flüchtlingsaufnahme etabliert wird. Österreich muss dabei mit gutem Beispiel vorangehen!“

Die Initiative wurde gemeinsam mit 15 Trägerorganisationen gegründet und sammelt bis zur kommenden Nationalratswahl im Internet Unterschriften und will erreichen, dass sich die neue Regierung in ihrem Programm klar zu einer Umsetzung einer humanitären Flüchtlingspolitik bekennt.

In den letzten Tagen haben weitere bekannte Persönlichkeiten wie Erhard Busek, Martin Grubinger, Karl Markovics und Georg Sporschill ihre Unterstützung bekundet. Bereits nach einer Woche haben über 4.500 Menschen die Petition im Internet unterzeichnet.

Die Petition „Gegen Unmenschlichkeit, für einen Kurswechsel in der Flüchtlingspolitik“ kann unter http://gegen-unmenschlichkeit.at/ unterschrieben werden.

UnterstützerInnen (unter anderen): Johannes Attems, Christian Ludwig Attersee, Markus Breitenecker, Michael Bünker, Erhard Busek, Friedrich Cerha, Cecily Corti, Barbara Coudenhove-Kalergi‎, Dimitré Dinev, Marko Feingold, Franzobel, Martin Grubinger, Paul Gulda, André Heller, Peter Henisch, Friedrun und Peter Huemer, Elfriede Jelinek, Christian Köck, Ludwig Laher, Barbara Maier, Karl Markovics, Thomas Maurer, Robert Meyer, Felix Mitterer, Matthias Naske, Manfred Nowak, Nicholas Ofczarek, Anton Pelinka, Wolfgang Petritsch, Wilhelm Pevny, Johannes Poigenfürst,Julya Rabinovich, Willi Resetarits, Gerhard Roth, Fuat Sanac, Stefan Schloeicher, Susanne Scholl, Christine Scholten, Stephan Schulmeister, Maria Sicora, Georg Sporschill,Erwin Steinhauer, Barbara Stöckl, Ursula Strauss, Peter Turrini, Lojze Wieser, Anton Zeilinger.

Rückfragehinweis für Journalisten:
Matthias Schickhofer (Mediensupport – supportingchange.org): Tel: 0699 112 971 84,
E-Mail: matthias.schickhofer(AT)supportingchange.org
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